Ratgeber

Was kostet Fulfillment? Kosten, Preismodelle und Beispielrechnung

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Wer über Fulfillment nachdenkt, stellt fast immer zuerst dieselbe Frage: Was kostet mich das eigentlich? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf deinen Shop an. Die gute Nachricht: Die Kosten setzen sich aus wenigen, gut nachvollziehbaren Bausteinen zusammen. Wenn du die kennst, kannst du Angebote vergleichen und selbst abschätzen, ob sich das Auslagern für dich lohnt.

Die Kostenbausteine im Überblick

Fast alle Fulfillment-Dienstleister rechnen mit ähnlichen Bausteinen ab. Die Namen unterscheiden sich, das Prinzip ist gleich.

1. Kosten pro Bestellung

Das ist der wichtigste Posten, denn er fällt bei jedem Paket an. Er besteht meist aus:

  • Auftragspauschale: für das Annehmen und Bearbeiten der Bestellung
  • Pick-Preis: pro Artikel, der aus dem Regal geholt wird. Eine Bestellung mit drei Artikeln kostet also mehr als eine mit einem.
  • Packpauschale: für das Verpacken, Verkleben und Etikettieren
  • Verpackungsmaterial: der Karton oder die Versandtasche, je nach Größe

2. Lagerkosten

Deine Ware muss irgendwo liegen. Abgerechnet wird meist monatlich, zum Beispiel pro Artikel im Fachboden (SKU) oder pro Palettenstellplatz. Viele kleine Artikel mit vielen Varianten brauchen eher Fachbodenplätze, große Mengen eines Produkts eher Paletten.

3. Wareneingang

Wenn neue Ware ankommt, wird sie geprüft, gezählt und eingelagert. Das wird häufig pro Karton oder pro Palette berechnet. Tipp: Sortenreine Kartons – also ein Artikel pro Karton – sind fast immer günstiger als gemischte Lieferungen, die erst sortiert werden müssen.

4. Retouren

Rücksendungen werden angenommen, geprüft und wieder eingelagert. Das wird meist pro Retoure oder pro Artikel abgerechnet.

5. Porto

Das Porto für den Paketversand kommt oben drauf. Hier gibt es zwei Modelle: Entweder der Dienstleister verschickt über seine eigenen Verträge und berechnet dir das Porto weiter, oder der Versand läuft über dein eigenes Versandkonto, zum Beispiel bei DHL. Im zweiten Fall behältst du deine Konditionen und siehst die Portokosten direkt bei deinem Paketdienst.

Beispielrechnung

Damit das greifbar wird, ein Beispiel mit frei gewählten Beispielwerten. Echte Preise hängen immer vom Anbieter und deinem Sortiment ab.

Ein Shop verschickt 500 Bestellungen im Monat mit durchschnittlich zwei Artikeln pro Paket:

PostenBeispielwertpro Monat
Auftragspauschale0,80 € × 500400 €
Pick-Preis0,25 € × 2 Artikel × 500250 €
Packpauschale0,50 € × 500250 €
Karton0,40 € × 500200 €
Lager (50 SKUs + 2 Paletten)Beispiel60 €
Summe (ohne Porto)1.160 €

Umgerechnet sind das rund 2,32 € pro Paket plus Porto. Genau diese Zahl solltest du im Kopf behalten, denn sie lässt sich gut mit deinen eigenen Kosten vergleichen.

Was kostet es, wenn ich selbst versende?

Beim Selbstversand fallen dieselben Kosten an – sie sind nur weniger sichtbar. Dazu gehören:

  • Deine Zeit: Rechne ehrlich, wie lange du pro Paket brauchst – vom Ausdrucken des Labels bis zum Wegbringen. Schon fünf Minuten pro Paket bedeuten bei 500 Bestellungen über 40 Stunden im Monat.
  • Lagerfläche: Miete, Keller, Garage oder ein Zimmer, das du nicht anders nutzen kannst.
  • Material und Ausstattung: Kartons, Klebeband, Drucker, Waage, Regale.
  • Fehler: Falsche Artikel oder vergessene Bestellungen kosten Geld und Bewertungen.

Wenn du deine eigene Arbeitszeit mit einem realistischen Stundensatz ansetzt, ist Fulfillment oft günstiger als gedacht – vor allem, weil du die gewonnene Zeit in Marketing, Einkauf und neue Produkte stecken kannst.

Worauf du beim Vergleichen achten solltest

Angebote verschiedener Fulfiller sehen auf den ersten Blick schwer vergleichbar aus. Diese Fragen helfen:

  • Gibt es eine Mindestmenge oder eine monatliche Grundgebühr, die unabhängig vom Volumen anfällt?
  • Wie wird gepickt: pro Bestellung, pro Artikel oder beides?
  • Gibt es Staffelpreise? Viele Anbieter werden mit steigenden Bestellmengen günstiger.
  • Was kostet der Start? Also Einrichtung, Anbindung an deinen Shop und die erste Einlagerung.
  • Welche Zusatzleistungen brauchst du – Beileger, eigene Kartons, Sets – und was kosten sie?
  • Über wessen Versandkonto läuft das Porto?

Rechne am Ende immer auf den Preis pro Paket herunter. Das ist die ehrlichste Vergleichszahl.

Fazit

Fulfillment kostet nicht „einfach X Euro“, sondern setzt sich aus Kosten pro Bestellung, Lager, Wareneingang, Retouren und Porto zusammen. Wer diese Bausteine kennt und auf den Preis pro Paket herunterrechnet, kann Angebote sicher vergleichen – und ehrlich gegen den eigenen Aufwand beim Selbstversand stellen.

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